Augen sehen auch nicht alles

Augen sehen auch nicht allesDie Augen, die Augen
sie sehen und sie staunen
folgen uns'ren Launen
um alles Schöne aufzusaugen.

 

Doch was wär' die  Welt,
wenn sie wär wie uns gefällt,
wenn Hund, Katz' und auch Hase
tanzen frei nach unsrer' Nase?

 

Wäre das nicht wunderbar,
wäre das nicht wie im Mär,
wenn Krieg, Elend und das Heer,
wären - schlicht nicht mehr?

 

Was für ein Gedanke, der sich spielt
und ranke in dem Hirne unsrer selbst,
wenn du die Welt in deinen Händen hälst,
und du bestimmst, und du befählst?

 

Ein dummes Paar, das uns da
-ganz teuflisch, aber lapidar-
unmissverständlich und ganz klar
sagt, dass all das hier ist nicht wahr

 

Manchmal spendet es uns Trost,
manchmal nichts als Hass, so groß
dass man es gerne wäre los...
sei's drum, ich sage: Prost!

 

Und schenk die Gläser sogleich ein,
trink mit dem Groll ein Gläschen Wein,
und der Neidgedanke Mein,mein,mein,
schwindet im Fluss von ganz allein.

 

Da sitzt man da, hat sich versöhnt,
und wenn der Schädel nicht mehr dröhnt,
dann wird einem sehr schnell bewusst,
dass man's immer schon gewusst.

 

Die Welt ist schlecht und gut zugleich,
schwarz und weiß und grau und bleich,
und farbenfroh und schillernd überall,
Realität hört man noch fern in ihrem Hall.

 

Unsre Augen lassen uns das sehen,
lassen uns die reale Welt verstehen,
doch eines können sie nicht verstehen
nämlich was wir in unsrem Geiste sehen.

 

Felix Tremmel Q11

 

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