Workshop: Ceridwen´s Trank
Die Göttin der Muse - Ceridwen - braut stets einen Trank, welcher der Sage nach denjenigen,
die auch nur einen Tropfen hiervon zu sich nehmen, unendliche Inspiration verleiht.
Diesen Tropfen für jeden der Teilnehmer des dreitägigen Seminars "Ceridwen´s Trank" in der
Musikschule Marktbreit zu erlangen war Ziel des Barden, Theaterpädagogen und Kursleiters
Frederik Finn.
Vor alledem stand ein Einblick in Mythologie, die Musik und die Sagen der Kelten.
Erst einmal führten wir Lockerungsübungen durch, um die vom Alltag müden Knochen und
Muskeln aufzuwecken. Diese wirken sich nämlich nicht nur auf den Körper, sondern auch
auf den Geist und die Spieltechnik aus. So lernten wir, auf unser Gegenüber zu achten und zu
reagieren sowie die Lieder mit Stimme, Händen und Füßen zu begleiten.
Das Ausweiten des persönlichen Raumes, um mehr Menschen in die Musik bzw. das
Schauspiel einzubeziehen, ist die essentielle Fähigkeit des Schauspielers und Musikers.
So wirkt sich das Erfassen von Farben, Formen, Geräuschen und Gefühlen, was der Mensch
im Alltag doch meist nur oberflächlich tut oder ganz vergisst, erheblich auf Wahrnehmung
und Seele aus. Massage- und Entspannungsübungen befreiten den Geist für das nächste
Themengebiet:
Die Kunst des Geschichtenerzählens und -erfindens, ob Märchen oder Sage, ob "Rübezahl"
oder "Die Zauberharfe", geht zwar immer mehr verloren, blüht dafür aber unter Barden erst
richtig auf.
"Die Geschichte nicht erzählen, sondern sie erzählen lassen", das ist das Geheimnis des
lebendigen Märchens. Dies dann noch mit Musik (natürlich auf der Harfe gespielt) unterlegt,
lässt die Zuhörer in zauberhafte Welten hineinschweben. Schließlich erzählten wir
gemeinsam das von uns erfundene Märchen von "Luise und dem verwunschenen
Regenwurm." Dabei darf Verpflegung in Form von Kuchen und Tee keinesfalls fehlen.
Der Fokus lag im Erlernen der altirischen Spielweise der keltischen bzw. böhmischen Harfe.
Die Technik wurde mit dem Lied "Alle meine Entchen" schnell beherrscht. Daraufhin lernten
wir den keltischen Tanz "AnDro", welcher dann sogar dreistimmig gespielt werden konnte.
Schließlich konnten wir das deutsche Volkslied "Kein schöner Land in dieser Zeit", das wir
bereits während unserer Spaziergänge durch den Wald und über die Felder sangen, sogar
auf der Harfe begleiten.
Keiner der Teilnehmer hätte vermutlich erwartet, am Sonntag bereits mit den
Grundkenntnissen sowie drei Liedern im Gepäck entlassen zu werden.
Mit Inspiration zur Improvisation endete dann der Kurs, der uns alle zu "Nachwuchsbarden"
machte. Ob nun jeder einen Tropfen Ceridwen´s Tranks erhielt, wird sich beim nächsten Griff
zur Harfe oder beim Erzählen eines Märchens offenbaren.
Alexander Draheim Q11
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