Dracula, der Ursprung allen Übels?

DraculaSei es nun Twilight, Vampire Diaries, oder eine der unzähligen anderen Vampirfilme bzw. –serien, sie alle schlagen in die gleiche Kerbe: die unsterbliche Liebe eines untoten Wesens für einen Sterblichen. Ob das ursprüngliche Genie hinter diesem Konzept das gewollt hätte?
Der Mann heißt Bram Stoker und schrieb Dracula, den ersten Vampirroman.
Wenn man nun, wie ich, eher ein Freund des traditionellen Vampirs ist, dem wird dieses Buch sicherlich gefallen. Kein Diamantenfunkeln in der Sonne und kein Tierbluttrinken, nein, Dracula war noch ein echter Vampir, der in einem transsylvanischen Schloss lebt, beim geringsten Kontakt mit Sonne verbrennen würde und das Blut aus seinen menschlichen Opfern saugt. Diese Vorstellung eines Vampirs hat mich selbst durch meine Kindheit begleitet, deshalb sei allen Gamern und Vampirliebhabern an diese Stelle Castlevania ans Herz gelegt - aber das nur nebenbei. Ich möchte hier allerdings nicht Twilight und dergleichen verurteilen, da diese durchaus gute Filme sind, jedoch treffen sie nicht den Kern des Vampirgedankens, wenn man so will. Ich würde sie eher als Neuinterpretation bezeichnen. Zwar übernehmen sie viele Vampireigenschaften und auch Mythen, jedoch verändern sie diese hier und da. Ein kleines Beispiel:
Graf Vlad Tepes Dracula (ja, das ist sein voller Name) zerfällt zu Staub, wenn er mit Sonnenlicht in Berührung kommt. Der Lieblingsvampir aller Mädchen, Edward, glänzt wie ein einziger Diamant. Das heißt, es wurde ein - sagen wir -unnatürliches Verhalten gegenüber Sonnenlicht übernommen. Dies geschah allerdings zweckdienlich, da es von Nachteil wäre, wenn der Vampirfreund im Urlaub zu Staub zerfällt, dann doch lieber etwas glitzern.
Interessant zu bemerken ist noch, dass Bram Stoker kein Wort über Lycaner, sprich Werwölfe, verliert. Dies wurde erst später dazu gedichtet. Hier wurde dann der Krieg zwischen diesen beiden Arten vom Zaun gebrochen. (Hier möchte ich die Underworld Trilogie empfehlen, für alle, die noch etwas martialischere Vampiraction sehen möchten.) Und so ging es immer weiter, in jedem neuen Film kommt eine weitere Spezies dazu, oder es wird vom Mittelalter in die Neuzeit verlagert, schließlich hat man ja als Vampir schon etwas Freizeit.
Zum Schluss möchte ich sagen, dass die neuen Vampire durchaus eine Daseinsberechtigung haben, aber doch meiner Meinung  nach alle im Schatten des großen Grafen stehen.

 

Steffen Donath

 

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