Ein jeder von uns hat Träume, nicht wahr?
Alle sehen jeden Tag aufs Neue Dinge, die sie gerne haben möchten.
Das fängt im Kleinkindalter an, wo sich Wünsche auf Plastikgewehre, Puppen oder eine Kugel Eis beschränken. Für die weiterfolgenden Jahre erweitern wir unseren Horizont, lernen viele neue Menschen und Eindrücke kennen, die uns begreiflich machen: Hier ist noch soooo viel mehr!
Vor allem so viel mehr, was du noch nicht besitzt.
Und wir beginnen, Zeit und Mühe darauf zu verwenden, Ziele zu stecken und sie zu erreichen.
Wenn der beste Freund schon zwei Freundinnen hatte, dann muss doch mit einem selbst etwas nicht stimmen. Und was ist eigentlich mit dem einen aus der Parallelklasse los, der sich sein iPhone in seine neusten Lacoste-Taschen stopfen kann, ohne rot zu werden?
Und dieser muskelbepackte Womanizer, dem alle Mädchen zu Füßen liegen?
Ganz zu schweigen von den vielen anderen, die irgendwie immer ein Stückchen besser sein werden als man selbst.
Und dann sitzt man da und soll auch noch froh darüber sein, einen eigenen Computer zu besitzen, eine Familie, die einen liebt, und ein Dach über dem Kopf zu haben.
Was zählt das schon?
Ja, was zählt das eigentlich, wenn einem jeden Tag sein Essen vor die Nase gesetzt wird, man jede Nacht in seinem eigenen Bett schlafen kann und einen gewissen Freundeskreis hat, mit dem man schon das ein oder andere Stündchen in lustiger Runde verbringen kann?
Es ist sooo viel mehr, das, wonach die meisten Menschen in Wahrheit lechzen und
sich - was für eine Tragödie - dessen gar nicht bewusst sind.
Es ist wundervoll, wenn dein Kumpel eine Freundin hat, denn du respektierst ihn als deinen Freund, also freu dich doch mit ihm!
Das hat in keinerlei Hinsicht etwas mit deinem Leben zu tun, ganz im Gegenteil.
Dein Leben läuft in seinen eigenen Bahnen. Und wenn die Richtige eben erst in ein paar Jahren kommt, dann wirst du umso glücklicher sein, wenn ihr euch gefunden habt.
Ob man nun das Geld für Klamotten oder technische Spielereien hat oder nicht macht keinen großen Unterschied. Es kommt darauf an, wie du es siehst.
Willst du unbedingt die Lebenswege anderer nachahmen, dann wirst du nicht glücklich werden, denn es ist schier unmöglich, nur alle positiven Eigenschaften anderer zu erlangen.
Viele vergessen, wenn sie auf das Leben eines anderen blicken und sich neidisch an seinem Lichtkegel ergötzen, die Schattenseiten.
Was ist, wenn der beste Kumpel aus einer zerrütteten Familie kommt und ihn tief im Inneren viele Sorgen plagen? Ob die Freundin als Lichtblick diese Sorgen aufwiegen kann? Aber soweit schauen wir ja nicht, soweit WOLLEN wir nicht schauen.
Wir selbst haben so viel Macht, unser Leben zu gestalten, es in seine eigenen Richtungen zu lenken, dass wir nicht darauf angewiesen sind, andere zu imitieren.
Lenken wir unsere Augen auf UNSERE Freunde, UNSERE Familie, UNSERE Probleme und einzigartigen Eigenschaften.
Man muss deswegen keine Abstriche machen vom großen Kuchen des glücklichen Lebens, wir können den Kuchen ganz verputzen.
Es kommt nur darauf an, wie groß, wie pompös und aufwendig wir uns den Kuchen wünschen.
Denn viele Menschen sind mit dem Kuchenbacken erst fertig, wenn ihr Leben schon beinahe vorüber ist.
Felix Tremmel
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