Luzifer

LuziferJeder kennt ihn, die meisten hassen ihn, doch nur wenige kennen seine Geschichte. Der Teufel, Satan, Belzebub, Luzifer, oder all die anderen Namen, die er trägt. Hier soll nun die Geschichte stehen, wie aus dem Morgenstern der Teufel selbst wurde.
Luzifiel war ein Erzengel, und kein normaler, nein, er war der mächtigste und von Gott am meisten geliebte Engel. Seinen Körper zierten acht schneeweiße Flügel.
Zusammen mit seinen Brüdern Michael, Gabriel, Raphael und Uriel waren sie die mächtigsten Wesen, nach Gott natürlich. Als Gott dann den Menschen erschuf und  so unglaublich stolz auf sein neues Spielzeug war, sollten sich alle anderen vor den neuen Kreaturen verbeugen. Doch nicht Luzifiel, er war zu stolz als dass  er sich vor dieser minderwertigen Kreatur verbeugen würde. Erbost über Luzifiels Mangel an Respekt, wurde er aus dem Himmel verbannt. Als er dann vom Himmelreich fiel, schenkte sein Glänzen, nur nebenbei, der Welt das Licht. Dies brachte ihm den Namen Morgenstern ein.
Luzifiels Fall vom Himmel kostete ihn sechs seiner Engelsflügel, und häufig werden seine beiden letzten Flügel schwarz oder gar fledermausartig dargestellt. Luzifiel, der von nun an auf den Namen  Luzifer hörte, schlug bei seinem Fall ein Loch in die Erde so tief, dass es bis ins Erdinnere reichte. So entstanden nicht nur die Hölle, sondern auch ihre neun Kreise. (Wenn man einem gewissen Dante Alighieri glauben darf). Jeder der neun Kreise beherbergt eine andere Art von Sündern. Beginnend im Limbus, wo die  Ungetauften landen, über Wollust, Völlerei, Gier, Ketzerei, Gewalt, Betrug, Zorn und ganz unten die Verräter. Weiterhin sagt Dante in seiner Göttlichen Komödie, dass der innerste Kreis der Hölle keinesfalls von lodernden Flammen durchzogen sei, sondern komplett gefroren. Dort ganz unten im Herzen der Hölle, wenn man so will, findet man Luzifer. Er selbst ist eingefroren in einem See seiner eigenen Tränen. Luzifer, der erste Verräter, war somit auch der erste Sünder und ist von nun an damit beauftragt, alle Sünder in sein Reich aufzunehmen. Doch auch er muss leiden, dort unten am dunkelsten Fleck der Erde, bleibt ihm der Zugang zum Paradies auf ewig verwehrt.
Dies ist nur eine Version der vielen, eben jene von Dante Alighieri. Aber es gibt soviel mehr in Büchern, ja sogar in Filmen. Denn jeder Film mit einem Hauch des Göttlichen braucht einen Luzifer oder Satan, der immer mal wieder aus der Hölle auftaucht und etwas Unruhe stiftet.
Schlussendlich bleibt zu sagen, dass seine Geschichte so lang ist wie die Zeit selbst und auch noch genauso lange dauern wird. Ob man nun an Gott glaubt oder nicht, was ich auch keinem aufzwingen möchte, da ich selbst nicht dazugehöre, dies ist nur eine Geschichte - nicht mehr und nicht weniger.

 

Steffen Donath

 

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