Musik
Musik: "Die gemeinsame Sprache der Menschheit." (Henry Wadsworth Longfellow)
"Das Geräusch, das denkt." (Victor Hugo)
Diese Zitate mögen die Welt der Klänge passend beschreiben. Doch entwickelt die "Sprache der Menschheit" immer mehr Dialekte, die zwar versuchen, mit Klängen zu sprechen, aber keine Botschaft mehr vermitteln können.
Das musikalische Spektrum der Moderne ist zweifellos innerhalb der letzten Jahrzehnte stark gewachsen. Wo einst Klassik - die natürlich für einen großen Bereich der Musik steht - vorherrschte, entstanden Jazz, Rock, Metal, Pop, Techno, sowie Rap und unzählige weitere Richtungen. All diese musikalischen Bereiche lassen sich erneut unterteilen, an deren aller Ursprung der Klang steht.
Den Klang gibt es, seit Wesen des Hörens mächtig sind. Am Anfang standen Trommeln oder das Geräusch von zusammenprallenden Steinen und Hölzern. Schließlich wusste jeder mit dem Klang etwas anzufangen. Manchmal sogar mehr als mit der Sprache. Musik hat schon immer gesprochen.
Doch tut sie dies im 21. Jahrhundert immer noch? Klassische Musik ist natürlich keineswegs mit den heutigen Musikstilen zu vergleichen, denn gerade ihr war es am leichtesten, eine Konversation mit der Seele zu führen, und das ganz ohne Worte! Für mich war und ist Musik immer von Menschenhand komponierter und erzeugter Klang, ob Singen, Pfeifen, das Violin- oder Klavierspiel oder der Klang der E-Gitarre.
Aber können elektrische Töne, also programmierte Musik, auch sprechen? Wurde die Musik so verändert, dass sie zwar jedem gefällt, aber nicht mehr berührt? Ist es nicht schöner, sich zu einer Melodie zu bewegen, die bewegt und nicht nur klingt? Wir sollten nicht nur hören, sondern zuhören, nicht nur sehen, sondern erkennen, sie nicht nur mögen, sondern eins mit ihr werden.
Musik hat immer schon bewegt, vereint und Feste erst feiernswert gemacht.
Heute mag sie auch zum Feiern beitragen, doch kann ein Feiernder nach der Fete sich noch an die Musik erinnern, an das, was er hörte, falls er überhaupt etwas vernahm. Ein großer Teil der Musik ist wie ein sich ständig wiederholendes spannungsloses Gespräch ohne Inhalt. Jedes Werk ähnelt jedem, wobei doch einst Klänge und deren Kombinationen stets einzigartig waren. Musik ist zur Massenware geworden, deren Niveau stets sinkt, um jeden Menschen anzusprechen. Nein, sie spricht nicht, sie manipuliert! Sie wurde ihrer Funktion, nämlich die Seele zu berühren und festzuhalten und zum Nachdenken und Verstehen anzuregen, beraubt und wird nur noch als Konsumgut (aus)genutzt.
Deshalb: Wo man singt, da lass dich ruhig nieder.
Böse Menschen haben keine Lieder, aber oft eine Stereoanlage.
(Robert Lembke)
Alexander Draheim Q11
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