Hallo! Ich möchte ein Spiel spielen!
Viele werden diese fast schon legendären Worte kennen. Der Jigsaw-Killer beginnt so seine Botschaften an seine unglücklichen Opfer. Auch wenn die Saw-Reihe für ihre Liter an vergossenem Blut, gebrochenen Knochen und Nadelgruben bekannt ist, ist der Denkansatz des Jigsaw-Killers durchaus interessant.
John Kramer, wie er eigentlich heißt, hatte eigentlich ein schönes Leben: Er war Mechaniker, seine Frau erwartete ein Kind, und er hat gerade seine eigene Werkstatt gekauft. Alles hätte so schön sein können, doch durch einen Unfall mit einem Junkie verliert seine Frau das Kind, wenig später wird bei John Krebs diagnostiziert. All das bewegt ihn dazu, sich mit seinem Auto von einer Klippe zu stürzen, doch zu seiner Überraschung überlebt er. Sein Körper konnte solch einen Sturz überstehen, war aber nicht stark genug, Krebszellen zu vernichten. Mit neuem Lebenswillen will er nun die Menschen testen, ob sie diesen auch beweisen können und ihnen somit den Respekt vor dem Leben wieder einschärfen. Menschen, die ihr Leben nicht schätzten, haben es nach Jigsaws Meinung nicht verdient. Nun testet er, wie sehr sie an ihrem Leben hängen und Schmerzen dafür ertragen, um es weiter zu leben. Dazu benutzt er Fallen, die individuell den Überlebenswillen testen.
Hier ein Beispiel aus Saw 1:
Paul war ein Mann bester Gesundheit, trotzdem schnitt er sich beide Pulsadern auf. Um zu sterben oder um Aufmerksamkeit zu erregen? Jigsaw testet ihn, indem er ihn in einen Käfig mit Stacheldraht sperrt. Nun muss er wählen: Will er wirklich sterben, kann er dort bleiben, wo er ist, will er aber leben, muss er sich einen Weg durch den Stacheldraht suchen. Dazu hat er zwei Stunden Zeit, wenn nicht, ist das Spiel vorbei.
Jigsaw ist also angewidert von den Menschen, die eigentlich schönes Leben haben, dies aber nicht genießen. Denn er musste selbst erleben, wie hart das Schicksal sein kann, und trotz all der Schmerzen, die er erfahren hat, schätzt er das Leben mehr als je zuvor.
Die Filme selbst sind atmosphärisch genial und spannend bis zum Schluss. Durch bestimmte Phrasen, Gegenstände und Orte gewinnt der Film einen unglaublich eigenen Charme. Auch wenn die Geschichte in Blut schwimmt, bleibt sie doch immer interessant und gewinnt immer wieder durch geschickte Wendungen. Wie bereits gesagt, ist der philosophische Inhalt - unerwartet - groß. Deshalb ist Saw definitiv zu empfehlen.
Sie müssen wählen: sehen oder nicht.
GAME OVER
Steffen Donath Q12
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